30/11/2014
Am Anfang war es ein Ulmenstamm.
Den ein Kunde erworben, im Sägewerk zu Brettern hatte auftrennen lassen und dann jahrelang abgedeckt gelagert hatte.
Und nun sollte daraus ein Fußboden für die zu renovierende Küche werden.
Die einzelnen Bretter -siehe Bild 1- hatten eine Länge von ca. 2,2 und eine Breite von etwa 1,0 mtr.. Schon recht beachtliche Ausmaße.
Dazu recht astig und leicht vom Holzwurm befallen.
Ich hab' viel gemessen und geschätzt und mich dann entschlossen,
die Dielen in 3 verschiedenen Breiten herzustellen, um möglichst wenig Verschnitt zu haben.
Nach dem Auftrennen der Bretter (Bild 2) wurden die erstmal 3 Tage gelagert, um Spannungen im Holz die Möglichkeit zu geben, sich auszugleichen.
Sonst würden die Dielen nach dem Hobeln wieder krumm werden... .
Anschließend erfolgte die recht komplexe Bearbeitung an verschiedensten Maschinen.
Es muss auf den Zehntel Millimeter genau und schnurgerade gearbeitet werden, um hinterher Passgenauigkeit zu erzielen.
Sonst gibt's bei der Verlegung der Dielen diverse Probleme.
Und im Ergebnis gab's dann nicht nur etwa 20 qm. passgenaue
Dielen sondern auch einen rustikalen, ausdrucksstarken Boden
mit wunderschöner Textur und Maserung.
Und nach Verlegung und anschließender Oberflächenbehandlung wird der nochmal bedeutend wärmer und wohnlicher sein.
Die Ulme,
deren Holz wir 'Rüster' nennen, ist ein vorzügliches Holz für
anspruchsvolle Möbel und vielerlei Gegenstände des täglichen
Bedarfs.
Es besitzt nicht nur ein äußerst geringes 'Schwindmaß', es ist
auch gut zu bearbeiten, sehr belastbar und haltbar.
Und eben darüberhinaus eins unserer Hölzer mit der überaus
schöner Maserung.
Aber eines, dass gefährdet ist in seinem Bestand wie wohl keine zweite Holzart augenblicklich.
Etwa um 1920 wurde -vermutlich über Holland und via Furnierimport aus Ostasien- ein Pilz eingeschleppt, der die Ulmenbestände hierzulande seither beständig dezimiert.
Ein Käfer transportiert den Pilz in's Ulmenholz und dort verstopft dieser die Wasserleitbahnen im Stamm.
Und das führt in recht kurzer Zeit zum Baumtod.
(Resistenz-) Züchtungen laufen natürlich.
Ob sie erfolgreich sein werden, ist noch nicht abzusehen.
Und so hofft mein Tischlerherz inständig, dass diese Baumart in der Zukunft sich erholen kann in Mitteleuropa.