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Als gelernter Klavierbauer bin ich seit 1992 in Münster selbständig.

Falsche Zeit, falscher Ort
26/10/2026

Falsche Zeit, falscher Ort

Pfusch der Woche. Das war garantiert kein Klavierbauer, sondern ein Heimwerker. Aber man muss gestehen: es funktioniert!...
14/10/2026

Pfusch der Woche. Das war garantiert kein Klavierbauer, sondern ein Heimwerker. Aber man muss gestehen: es funktioniert! Sehr kreativ.

Die Sendung mit der Maus: Die Kundin rief mich an und meinte, ihr Klavier spiele von alleine! Als ob jemand eine Tonleit...
10/10/2026

Die Sendung mit der Maus:

Die Kundin rief mich an und meinte, ihr Klavier spiele von alleine! Als ob jemand eine Tonleiter spielt. Da war mir sofort klar, dass da eine Maus aktiv ist. Und tatsächlich war sie noch aktiv, als ich vor Ort war. Sie kam uns entgegen (siehe Video).

Mäuse gehen gerne mal in ländlichen Gegenden (leider nicht nur da) in das Klavier. Sie kommen meist über die Pedalöffnungen. Dann fressen sie Filze und bauen daraus ein Nest. Entweder auf oder auch mal unter den Tasten. Die Folgen: es müssen die Filze natürlich erneuert werden. Je nachdem, wie lange die Mäuse dort gewütet haben, kann das einige Kosten nach sich ziehen. Die Mechanik muss in die Werkstatt, es müssen Filze getauscht werden und anschließend u.U. neu reguliert werden.

Besonders ärgerlich: dieses Klavier ist gerade mal 2 Jahre alt.

Bringt also auch irgendwie nichts
01/10/2026

Bringt also auch irgendwie nichts

😂😂😂

Aus der Abteilung: früher war mehr Lametta!Ein Förster Klavier von 1903. Damals war es üblich, allerlei Medaillen und Pr...
30/09/2026

Aus der Abteilung: früher war mehr Lametta!

Ein Förster Klavier von 1903. Damals war es üblich, allerlei Medaillen und Prämierungen und Danksagungen mit in die Gussplatte zu gießen. Ziemlich aufwändig.

August Förster in Löbau (Sachsen) gibt es übrigens heute noch. Die bauen auch heute noch Klaviere wie vor 100 Jahren in Manufaktur Produktion. Lediglich die dampfangetriebenen Maschinen wurden durch elektrische ersetzt. 😀

Heute habe ich ein außergewöhnliches Klavier gestimmt: ein Grotrian-Steinweg 122 von 1993. Eigentlich nichts besonderes,...
11/08/2026

Heute habe ich ein außergewöhnliches Klavier gestimmt: ein Grotrian-Steinweg 122 von 1993. Eigentlich nichts besonderes, aber dieses Exemplar hatte eine Stummschaltung eingebaut. Und zwar das System "Night & Day" von Furstein Farfisa. Und das ist wirklich außergewöhnlich. Mittels Pedal werden die Hämmer kurz vor der Saite gestoppt, dadurch wird das Klavier stumm geschaltet. Dann kommt ein Klangerzeuger ins Spiel, dessen künstlichen Klavierklang man mit einem Kopfhörer hört.

Furstein Farfisa aus Italien war der erste Klavierhersteller, der eine Stummschaltung mit elektronischer Klangerzeugung in Klaviere einbaute. Heute ist das normal, das bekannteste System dürfte das Silent System von Yamaha sein. Ich weiß noch, als Night & Day auf der Musikmesse in Frankfurt 1992 präsentiert wurde. Ich war hellauf begeistert von dieser grandiosen Idee. Und das ausgerechnet von einem eher unbekannten Hersteller, der in der Klavierwelt eigentlich keine große Rolle spielte (gibt es heute auch nicht mehr). Farfisa war damals eher bekannt für Heimorgeln.

Leider war das System damals so alles andere als ausgereift. Aber klar, war ja auch neu. Das schlimmste waren die Sensoren unter den Tasten. Das wurde mechanisch mit diesen runden Gummi-Noppen realisiert. Leider spürt man diese Noppen auch beim akustischen Spiel, da die Tasten diese Noppen herunter drücken (sollen) und man dann den Widerstand vom Gummi spürt. Und die Klangerzeugung war damals auch noch nicht so ausgereift. 1993 halt. Heutzutage sind die Sensoren berührungslos, das funktioniert heute optisch oder mit Magnetfeldern.

Was die Kombination von Grotrian-Steinweg und Furstein Farfisa so außergewöhnlich macht: mir ist nicht bekannt, dass Furstein dieses System an andere Hersteller geliefert hätte. Weder an Grotrian noch an sonst einen anderen. Daher kennt man Night & Day ausschließlich in Furstein Klavieren. Und der Einbau in diesem Grotrian Exemplar sieht mir ganz so aus, als sei er im Grotrian Werk in Braunschweig gemacht worden. Also nicht nachträglich von einem Kollegen, sondern tatsächlich werksseitig.

Auch Grotrian-Steinweg gibt es heute leider nicht mehr. Die haben letztes Jahr Insolvenz angemeldet. Lediglich der Name existiert weiter, und zwar in chinesischen Händen. Das Werk in Braunschweig dagegen wurde für immer geschlossen. Wirklich schade um diesen Premium Hersteller mit 190-jähriger Geschichte.

Heute habe ich ein Roth & Junius Klavier von 1926 gestimmt. Das wurde 1942 von Schutt und Kalk gereinigt. Nachdem es dur...
28/07/2026

Heute habe ich ein Roth & Junius Klavier von 1926 gestimmt. Das wurde 1942 von Schutt und Kalk gereinigt. Nachdem es durch "Feindeinwirkung" verschmutzt wurde. Hat wohl 1942 einen Bombenangriff überlebt. An der Mechanik wurde auch noch was gemacht und die wurde reguliert und nach zweimaligem Vorstimmen auf 440 Hz gestimmt. Das Ganze für nur 70 Reichsmark.

1988 dann hat der Kollege Haverkamp die Hämmer neu befilzt und ebenfalls Achsen getauscht und Mechanik reguliert. Dann aber schon für 1.373 DM. Ein Stundenlohn von 45 Mark. Tja, andere Zeiten. Und dann auch nur 14 % MWST.

Piano Schmitz in Essen wurde übrigens 1928 eröffnet und hat dieses Jahr leider dauerhaft geschlossen. Die wurden ebenso wie viele andere in der Branche Opfer der momentanen wirtschaftlichen Schwäche. Traurig, wenn man überlegt welch andere Krisen die bisher überlebt haben.

Horst Haverkamp gibt es ebenfalls nicht mehr. Der ist leider 2017 im Alter von nur 57 Jahren verstorben.

17/07/2026

Das kommt wir irgendwie bekannt vor.

Heute habe ich ein Klavier gestimmt, das in Münster hergestellt wurde. Hanemann und Stollmann hat nicht so lange existie...
29/05/2026

Heute habe ich ein Klavier gestimmt, das in Münster hergestellt wurde. Hanemann und Stollmann hat nicht so lange existiert und war auch nicht so bekannt wie Gebrüder Knake aus MS. Walter Stollmann hat allerdings auch die Neugründung (neudeutsch: Relaunch) von Knake im Jahr 1926 mit zu verantworten. Anständige Qualität. Und dafür, dass es von ca. 1923 stammt, noch recht gut in Schuss. Wurde mal umfangreicher gewartet.

Witzigerweise hatte ich das Klavier schon mal 1992 gestimmt. Vermutlich beim Vor-Vor-Vorbesitzer?

Gestern habe ich ein hübsches Klavier mit aufwändigen Schnitzereien gestimmt. Wahrscheinlich so gegen 1900 oder noch dav...
21/05/2026

Gestern habe ich ein hübsches Klavier mit aufwändigen Schnitzereien gestimmt. Wahrscheinlich so gegen 1900 oder noch davor. Die Firma Carl Tredt in Berlin hat von 1890 bis 1929 produziert. Bei diesem Exemplar hier handelt es sich um einen sogenannten Oberdämpfer. Was das ist, kann man hier nachlesen:

https://www.weldert.de/kaufberatung/ober-oder-unterdaempfer/

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