28/03/2026
Manchmal gibt es diese Nächte, die man nie vergisst.
Diese Nacht, in der ich dachte, mein Hund stirbt.
Kasper ( Gordon Setter, 16) chronischer Magenpatient, schwer traumatisiert im Welpenalter und komplett auf mich fixiert…verweigerte schlagartig Futter und Wasser. Mitten in der Nacht eskalierte die Situation: Sein Herz raste. Ich lag mit ihm in seiner Kudde, er suchte mich ( wie sein gesamtes Leben mit mir), war schwach, hechelte, die Augen eigentlich gar nicht mehr da…- hätte ich es jetzt und hier gekonnt: Ich hätte ihn persönlich erlöst. Ich war da, akupunktierte gegen Angst und Schmerzen und : Ich war mir sicher, dass ich ihn in dieser Nacht verlieren würde, hab ihn gehalten und gebetet, dass er friedlich gehen darf. Kasper lag, suchte mich mit seinem Körper, leckte meine Hand und meinen Arm…
Exakt um 4:44 Uhr die Wende- Kasper fällt in tiefen Schlaf. … ich wenig später, nachdem Jens mich abgelöst hat, auch.
Und dann passierte unser persönliches Wunder! Kasper schlief. Fest. Tief. Erholsam.
Und Kasper erholte sich - mit Liebe und Management 🍀❤️🍀!
Ich möchte teilen, was ich eindrucksvoll selbst noch mal lernen durfte:
Nicht jede Krise ist ein Sterbeprozess.
Alte oder kranke Tiere können in sehr tiefe Krisen fallen – mit Schmerzen, mit Kreislaufproblemen, mit Magen-Darm-Entgleisungen, mit Schwäche. Diese Zustände können aussehen wie Sterben. Wirklich. Man sitzt daneben und ist sicher, das ist jetzt der Abschied.
Aber manchmal ist es kein Abschied.
Manchmal ist es eine Krise, durch die man das Tier begleiten muss. Ruhig. Da. Aushaltend. Unterstützend. Liebend.
Krisen sind nicht immer das Ende.
Manchmal sind Krisen ein Übergang.
Und manchmal bekommen wir danach noch (gute!) Zeit geschenkt.
Ich bin unendlich dankbar für diesen Morgen, an dem mein Hund wieder in der Küche stand und mich ansah, als wäre nichts gewesen.
Und ich bin auch dankbar, dass ich in dieser Nacht nichts vorschnell entschieden habe, sondern einfach nur bei ihm war.
Für alle, die gerade mit einem alten oder kranken Tier durch schwere Zeiten gehen:
Nicht jede furchtbare Nacht ist die letzte. Aber wenn es die letzte ist, dann ist das Wichtigste, dass sie nicht alleine sind.
Wir können nicht immer heilen.
Aber wir können immer begleiten.