18/06/2021
Denis Gebhardt ist auf dem Weg nach Hause, als ihm auf der A4 ein Fahrzeug auffällt, dessen Warnblinker leuchtet und das nicht auf gerader Spur fährt. Um nachzusehen, was los ist, fährt der 29-jährige Zeitsoldat neben das Auto und sieht eine bewusstlose Frau am Steuer. Auf dem Beifahrersitz ein Kind. Sofort handelt Gebhardt: Er drückt das Fahrzeug der Frau mit seinem eigenen Auto behutsam auf die rechte Fahrbahn. Dann fährt er vor das Fahrzeug und bremst es aus, bis der Motor ausgeht. Als das Auto endlich steht, hält Gebhardt auf dem Standstreifen, schiebt das Auto der Frau per Hand von der Fahrbahn. Das Kind bringt er hinter der Leitplanke in Sicherheit. Dann kümmert er sich um die Frau und leistet Erste Hilfe. Vorher bereits hatte er den Rettungsdienst informiert.
Trotz seines Einsatzes sieht Gebhardt sich nicht als Held. „Es ist selbstverständlich für mich, dass so etwas gemacht werden muss. Wenn jemand Hilfe braucht, kriegt er Hilfe“, sagt er im Gespräch mit MDR THÜRINGEN. Und appelliert an die Zivilcourage anderer Verkehrsteilnehmer: „Es sind bestimmt 50 bis 100 Fahrzeuge an diesem Fahrzeug vorbeigefahren, die mit Sicherheit gesehen haben, irgendetwas stimmt da nicht. Und keiner war in der Lage, sein Telefon rauszuholen und den Notruf zu wählen.“ Niemand müsse sich selbst in Gefahr bringen, doch jeder könne den Notruf wählen, damit Menschen in Not geholfen werden kann.