26/02/2026
Vom Dauer-Applaus zur echten Autonomie 🌱
In meinem Alltag mit fünf quirligen U3-Kindern erlebe ich immer wieder diesen stillen, fast heiligen Moment, in dem ein Kind begreift:
„Ich kann das ganz allein.“
Ein Stolz, der keine Fanfaren braucht, nur Raum zum Wachsen.
Und ja: Als Mama und inzwischen auch Oma kenne ich dieses überwältigende Gefühl, vor Freude fast zu platzen. Das gehört unbedingt dazu. Und natürlich will man seinem Kind zeigen wie stolz man ist!
Doch ebenso oft begegnet mir ein Phänomen, das ich „Dauer-Lob“ nenne.
Wenn jeder kleine Schritt, jede längst verinnerlichte Handlung mit Applaus begleitet wird, geschieht das aus Liebe, oder manchmal auch aus Gewohnheit.
Pädagogisch betrachtet erschaffen wir damit manchmal goldene Käfige für die kindliche Entwicklung. 🕊️
Warum übermäßiges Loben zum Stolperstein werden kann:
✨ Die innere Motivation verliert an Gewicht ,die äußere Bestätigung übernimmt.
✨ Das Kind verweilt im Bekannten, statt den nächsten Entwicklungsschritt zu wagen.
✨ „Gut gemacht“ wird zur Bewertung und damit zum leisen Erwartungsdruck.
Was Kinder stattdessen brauchen:
Aufmerksame Begleitung statt Dauer Applaus.
Ein achtsames „Ich sehe, du hast dir heute ganz allein deinen Platz gesucht“ wirkt oftmals tiefer als ein routiniertes „Super“.
So schenken wir ihnen Vertrauen in ihre wachsenden Fähigkeiten – und nicht in unsere Reaktion darauf.
Und meine persönliche Haltung:
Ich bin keineswegs gegen Lob. Aber ich glaube fest daran, dass es seine Wirkung entfaltet, wenn es klug dosiert ist.
Ein Kind, das lernt, auf sich selbst stolz zu sein, statt auf die ständige Bewertung von außen zu warten, entwickelt Selbstbewusstsein, innere Stärke und echte Wertschätzung, für sich selbst und für andere.
Ein „Wow, da kannst du wirklich stolz auf dich sein!“ ist schließlich auch ein Lob. Nur eines, das trägt. ✨
Wie handhabt ihr es im Alltag ,Applaus oder Aufmerksamkeit?